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Optimismus – Die Kraft der Zuversicht

Positive Thinking – ein Schlagwort des 21. Jahrhunderts. Die Verkaufsregale in Buchläden sind voll mit Titeln, die zu positivem Denken aufrufen. Mittlerweile werden sogar Apps angeboten, die uns täglich Tipps zu einer optimistischen Alltagsgestaltung liefern. Eins steht fest: Eine optimistische Lebenshaltung erleichtert nicht nur die Meisterung des Alltags, sie trägt auch wesentlich zur psychischen und körperlichen Gesundheit bei. Doch was genau ist diese Kraft des Optimismus und wie erlangen wir sie? Haben Optimisten einfach nur Glück? Oder lässt sich Lebensmut lernen?

Auf der Sonnenseite des Lebens

Der Begriff des Optimismus ist bei weitem keine neue Erfindung. In der Geschichte der Philosophie trifft man ihn bereits bei den Denkern des 18. Jahrhunderts an. Damals ging es um die philosophische Auseinandersetzung mit einer positiven Zukunftserwartung und dem Sinn des Lebens, heute steht in der Psychologie die Alltagsbewältigung durch positives Denken im Zentrum. Interessant ist dabei die immer wieder aktuelle Diskussion, ob Optimismus ein stabiles Persönlichkeitsmerkmal darstellt oder einen Faktor, der schlicht und einfach von den Lebensumständen abhängt und sich bewusst beeinflussen lässt. Sind wir von Geburt an Optimisten oder können wir diese Lebenshaltung lernen?

Yes, you can!

Der Grad an Optimismus, über den wir verfügen, setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen, nämlich einer vererbten Grundkonstitution für Optimismus, Erfahrungen in unserer persönlichen Lebensbiographie, den aktuellen Lebensumständen und schließlich auch der Entscheidung, die Dinge positiv zu sehen. Genau dieser letzte Aspekt, die persönliche Entscheidung zu positivem Denken, ist beeinflussbar, während die aktuellen Lebensumstände nur bedingt veränderbar sind. Eine optimistische Lebenshaltung muss also zunächst bewusst angestrebt werden. Erst dann können Muster einer positiven Denkweise eingeübt werden.

Vor allem zwei Aspekte einer optimistischen Grundhaltung lassen sich trainieren: Wesentlich bei der Arbeit an einer zuversichtlichen Sicht der Dinge ist zunächst die persönliche Haltung zu eigenen Erfolgen und Misserfolgen. Ein optimistischer Interpretationsstil schreibt Ursachen für positive Ereignisse sich selbst zu, während er Negatives mit äußeren Ursachen verbindet. Ein pessimistischer Mensch würde dagegen genau umgekehrt verfahren. Ein weiterer Aspekt, der erlernt oder geübt werden kann, ist das Selbstvertrauen in das eigene Können bzw. eine optimistische Selbstüberzeugung: Diese bezieht sich auf die subjektive Annahme, dass komplexe Aufgaben und Herausforderungen aufgrund eigener Kompetenz bewältigt werden können. Damit kann man den persönlichen Optimismus dadurch fördern, dass man selbstständig Aufgaben bewältigt und den Erfolg bewusst nicht mit äußeren Bedingungen wie Glück oder Zufall in Verbindung bringt, sondern sich selbst und seiner eigenen Kompetenz zuschreibt. Aus der Erfahrung, eine Aufgabe bewältigt zu haben, entsteht letztlich die optimistische Überzeugung, Herausforderungen auch in Zukunft meistern zu können. Eine grundsätzliche Lebenseinstellung des „can do“, die Überzeugung, dass man es trotz Schwierigkeiten schaffen kann, Probleme zu bewältigen, ist einer der Schlüssel zu einer positiven Sichtweise.

Dass positiv denkende Menschen Ziele leichter erreichen als Pessimisten, ist nicht verwunderlich, sie suchen sogar die Herausforderung. Schließlich hängt Optimismus – wie wir gesehen haben – eng mit Selbstvertrauen und Selbstkompetenz zusammen. Winston Churchill sagte einst: “Ein Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Gelegenheit, ein Optimist dagegen sieht die Gelegenheit in jeder Schwierigkeit.” Der Optimist wendet eine schwierige Situation zu seinen Gunsten in eine anspornende Herausforderung.

Nicht verwunderlich ist ebenso, dass ein Mensch voller Optimismus seine Lebensfreude auch ausstrahlt und damit in der Regel eher als charismatisch empfunden wird als ein pessimistischer Zeitgenosse. Damit steigern sich die Chancen auf ein intaktes soziales Umfeld und sogar die beruflichen Möglichkeiten werden nachweislich größer.

Optimismus macht gesund

Dass sich eine optimistische Lebenshaltung konstruktiv auf Stressbewältigung und damit auf die Gesundheit auswirkt, gilt als gesicherte Erkenntnis. Wird Stress leichter abgebaut, ist der Mensch gesünder und belastbarer. Damit lässt sich Optimismus auch unmittelbar mit Leistungsvermögen in Verbindung bringen. Problematisch wird es erst, wenn der Optimist an Bodenhaftung verliert und so optimistisch handelt, dass er zu hohe Risiken eingeht. Diese Art der Selbstüberschätzung führt zur Enttäuschung von Erwartungshaltungen und wirkt sich damit langfristig negativ auf die Lebenshaltung aus. Ein gesunder Optimismus ist also keinesfalls eine beschönigende Betrachtung der Welt. Vielmehr geht es um einen angemessenen und realistischen Blick, der weder beschönigt noch schwarzmalt.

Gleichzeitig sollte Optimismus als unerreichbarer Idealzustand nicht als Universalrezept des Lebens angesehen werden, was zu dem gefährlichen Rückschluss führen könnte, dass wir nicht „gut genug“ seien, wenn wir die Welt nicht tagtäglich optimistisch betrachten. In dieser Hinsicht kann der Druck der Öffentlichkeit im Sinne des „Think Positive“ auch kontraproduktiv einen enormen Druck ausüben und krank machen. Es gibt die schwierigen Phasen des Lebens, es gibt die Tage, an denen uns ein positiver Gedanke schwer fällt und auch das gehört zum Menschen. Wichtig ist, dass wir auf uns achten, wenn sich eine negative Lebenseinstellung in uns breit macht und versuchen, neue Kraft zu schöpfen um die positiven Dinge des Lebens wieder ins Zentrum des Blickfelds zu rücken.

Ist Euer Glas halb voll oder halb leer?

Interessanter Weise ist die Mehrheit der Menschen von Grund auf optimistisch. Und das sogar in unrealistischem Ausmaß: Optimisten erwarten, mehr positive und weniger negative Erlebnisse zu haben als andere Menschen. Doch eine optimistische Lebenshaltung muss auch genährt werden, sie ist in verschiedenen Situationen des Lebens nicht immer gleichsam abrufbar. Lenkt im Alltag Euren Blick auf Eure Stärken, auf das, was Ihr schon geschafft habt und erlangt so Vertrauen in Eure Fähigkeiten. Jeder Mensch hat Stärken und auch Schwächen, der Umgang damit ist ausschlaggebend. Für viele Situationen im Leben gibt es eine Lösung, wir müssen sie nur suchen wollen und darauf vertrauen, dass wir in der Lage sind zu finden.

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