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Gesundheit und Wohlbefinden mit ätherischen Ölen

Gastbeitrag von Dr. Michael Eisenmann.

Die Anwendung ätherischer Öle zur positiven Beeinflussung von Körper und Seele ist die Grundlage der Aromatherapie.

Geschichtliches
Die Aromatherapie ist keine Erfindung der Neuzeit, sondern eine seit Jahrtausenden bewährte Therapieform. Bereits in der ägyptischen Hochkultur wurden geräucherte Pflanzenteile für rituelle und therapeutische Zwecke verwendet. Für die Pharaonen und Könige standen die kostbaren Düfte für Wohlstand, Macht und Göttlichkeit. Die Bezeichnung Parfum stammt aus dem Lateinischen per fumum – durch den Rauch.

Der französische Chemiker René-Maurice Gattefossé stellte 1918 eine Seife mit desinfizierender Wirkung auf der Basis von ätherischen Ölen her. Er hatte sich hauptsächlich der Bergamotte-Essenz mit ihren antiseptischen Eigenschaften gewidmet. Während des ersten Weltkrieges arbeitete er vermehrt mit Ärzten und Krankenhäusern zusammen, wo z.B. Verbrennungsopfer mit Lavendelöl erfolgreich behandelt wurden.

Was sind ätherische Öle?
Ätherische Öle sind hoch konzentrierte Auszüge aus Pflanzen mit zahlreichen Inhaltsstoffen. Die Extrakte werden meist mittels Wasserdampfdestillation oder Pressung  gewonnen. Die wertvollen Inhaltsstoffe der Öle sind verantwortlich für die vielen erfolgreichen Einsatzgebiete.

Für die Pflanzen sind diese Inhaltsstoffe hilfreich, weil sie sie vor Schaden und Krankheiten bewahren, sie verhindern die Ausbreitung von Krankheitserregern und halten Schädlinge fern. Diesen Effekt kann sich der Mensch zu Nutzen machen.

Das typischste Merkmal ätherischer Öle ist der meist angenehme Geruch. Wie bei allen pharmazeutischen Wirkstoffen ist auf die Dosierung zu achten, da auch Nebenwirkungen und Reizungen auftreten können. Besonders bei Kindern und Schwangeren ist Vorsicht geboten. Nur wenige Öle können unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden.

Wirkungsweise
Duftstoffe wirken auf verschiedene Arten auf den menschlichen Körper. Durch den Geruchssinn werden Gefühle wahrgenommen, dies führt zur Beeinflussung verschiedener Körperfunktionen. Die Aromatherapie-Massage ist hierfür ein Beispiel.

Im oberen Bereich der Nase sitzt der Riechkolben, dieser führt direkt ins Gehirn und von dort ohne Umwege zum Unterbewusstsein und zur Gefühlssteuerung. Ätherische Öle wirken direkt auf bestimmte Organe, wenn sie inhaliert oder eingenommen werden. So wirkt z.B. Thymian aktivierend und Lavendel beruhigend.

Einige ätherische Öle besitzen antibakterielle Eigenschaften. Diese können zur Behandlung und Vorbeugung von leichten Infekten eingesetzt werden. Neben der oralen Einnahme in Form von Tee ist z.B. bei Erkältungskrankheiten die Inhalation besonders geeignet. Die meisten Öle sind auch verdünnt zur äußerlichen Anwendung auf der Haut geeignet. Es gibt ätherische Öle mit wundheilungsfördernden und reinigenden Eigenschaften.

Ätherische Öle mit antibiotischer Wirkung:

  • Teebaum
  • Kamille
  • Zwiebel

Die antibiotischen Fähigkeiten nutzt man durch verdünnte Anwendung auf der Haut bei Hautentzündungen oder durch Inhalation bei Atemwegsinfekten.

Ätherische Öle zur Befreiung der Atemwege:

  • Fichte
  • Eukalyptus
  • Minze

Ätherische Öle, die das Atmen erleichtern, erkennt man schon am typischen frisch-scharfen Duft, was man auch als „balsamisch“ bezeichnet. Diese Öle wirken auch schleimlösend und entkrampfend.

Verdauungsfördernde Öle:

Die meisten Pflanzen mit verdauungsfördernden Eigenschaften werden auch als Gewürz verwendet. Sie wirken meist auch krampflösend und blähungstreibend.

  • Kümmel
  • Majoran
  • Zimt

Ätherische Öle mit krampflösender Wirkung:

  • Lavendel
  • Ylang-Ylang
  • Melisse

Diese Öle können gegen Kopfschmerzen, Verkrampfungen im Magen-Darm-Trakt oder Menstruationsbeschwerden eingesetzt werden.

Ätherische Öle mit pflegender und heilender Wirkung auf die Haut:

  • Lavendel
  • Rose
  • Benzoe

Entzündungshemmende, reizlindernde und beruhigende Eigenschaften machen diese Öle zu idealen Pflegeölen für die Haut.

Ätherische Öle mit Wirkungen auf Seele und Gefühl:

  • Basilikum (stimmungsaufhellend)
  • Lavendel (beruhigend)
  • Zitrone (konzentrationsfördernd)

Gerüche wirken sich direkt auf unseren Gefühlszustand und unsere Befindlichkeit aus. Unumstritten sind die Wirkungen von z.B. Melisse und Lavendel zur Beruhigung oder die anregende Wirkung von Rosmarin. Bei Wirkungen auf das Seelenleben sollte sich jeder am besten selbst ein Bild machen und die Öle einfach ausprobieren.

Anwendungsarten

Naturbelassene Anwendungsarten

Hier nutzt man die Pflanzenteile direkt, ohne Extraktion der ätherischen Öle. Man kann die Pflanzenteile mit heißem Wasser übergießen und entweder als Tee trinken oder sich über den Dampf beugen und die Wirkstoffe inhalieren. Dampfbäder und Tees sind besonders bei Erkältungskrankheiten geeignet um die Atemwege frei zu machen.

Verwendung reiner ätherischer Öle

Diese Öle sind leicht- oder zähflüssige Flüssigkeiten, die in kleinen Fläschchen angeboten werden. Man sollte auf Qualitätsunterschiede achten. Diese Unterschiede beziehen sich auf Reinheit und Sorgfältigkeit im Herstellungsverfahren. Im Allgemeinen sind teure ätherische Öle reiner als billige Produkte, man kann sich jedoch nicht immer darauf verlassen.

Abgesehen von allgemeinen Preisunterschieden gibt es auch einzelne Sorten, die von Natur aus teurer sind. Sie sind teuer, weil man große Mengen Pflanzenteile braucht, um eine geringe Menge Öl herstellen zu können oder weil das Extraktionsverfahren besonders aufwendig ist.
Besonders teuer sind z.B. Rose und Neroli. Werden diese Öle auffällig günstig angeboten, handelt es sich meist um synthetisch hergestellte Öle. Man nennt diese auch naturidentische ätherische Öle.

Die ätherischen Öle können auf unterschiedliche Weise angewendet werden. Die Verdunstung mit Duftlampen ist besonders beliebt. Der Duft erfüllt den ganzen Raum und gelangt über die Nase direkt ins Gehirn. Vor allem die Aktivierung von Gefühlen und Stimmungen ist mit Hilfe einer Duftlampe geeignet.

Mithilfe eines Massageöls werden ätherische Öle auf die Haut aufgetragen. Hier wirken sie z.B. entkrampfend oder durchblutungsfördernd. Die Massage an sich unterstützt die Entspannung.

Als Basisöl verwendet man ein geruchsneutrales Öl wie z.B. Mandel- oder Jojobaöl. Geeignet ist ein Mischungsverhältnis von etwa 30 Tropfen auf 100ml neutrales Öl. Es können auch mehrere verschiedene Öle kombiniert werden.

Ätherische Öle können auch ins Badewasser gegeben werden. Hierfür sollte das Öl mit einer Trägerlösung gemischt werden, da die Öle nicht wasserlöslich sind. Einige Löffel Sahne oder ein Teelöffel Honig sind geeignete Emulgatoren. Fünf bis zehn Tropfen ätherisches Öl mit dem Emulgator gemischt ergeben einen anwendungsfertigen Badezusatz. Bei empfindlichen Haut kann das besonders hautpflegende Patschuli-Öl mit etwas Molke gemischt werden.

Über den Autor

Dr. Michael Eisenmann ist Mitautor des Buches „Fit in die Kiste – die Basismethode“ und arbeitet bei der Bio-Apo.de, einer Versandapotheke für Naturheilmittel (Schüssler Salze, Bachblüten, kolloidales Silber, homöopatische Arzneimittel und vieles mehr).

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