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Die Birke: Der Klassiker unter den Aufgussdüften

Immer öfter stellen Saunameister selbst Natursude für ihre Aufgüsse her. Der Birkensud erfreut sich dabei großer Beliebtheit. Er ist neben seinem Duft auch für seine entschlackende Wirkung bekannt, weshalb er vor allem im Frühjahr oft zum Einsatz kommt.

Ihr Aussehen
Charakteristisch für unsere heimische Birke ist ihre weiße Rinde, von der sich auch ihr Name ableitet: »Bherek« ist das altgermanische Wort für weißglänzend, hell. Die Rinde ist weich und glatt, hat aber, vor allem bei älteren Birken, meist dunkle Stellen. Eine ausgewachsene Birke kann bis zu 30 Meter hoch werden, wobei sie oft mit mehreren Stämmen wächst.

Ihr Nutzen
Sie regt über verschiedene Reizstoffe positiv den Stoffwechsel an, wirkt ausschwemmend und schweißfördernd sowie entzündungshemmend im Bereich der Gelenke und Atemwege. In der Birke enthaltene Gerbstoffe bewirken, dass die Haut spürbar weicher und glatter wird. Immer öfter stellen Saunameister selbst Natursude für ihre Aufgüsse her. Der Birkensud erfreut sich dabei großer Beliebtheit. Er ist neben seinem Duft auch für seine entschlackende Wirkung bekannt, weshalb er vor allem im Frühjahr oft zum Einsatz kommt.

Der Wenik-Aufguss

Die getrockneten Zweige werden mehrere Stunden in heißem Wasser eingeweicht.

Die getrockneten Zweige werden mehrere Stunden in heißem Wasser eingeweicht.

Birke wird traditionell im Frühjahr zusammen mit Brennnessel oder Lindenblüte zum Frühjahrsentschlacken eingesetzt. Das altnordische Wort für diese Zweigbündel ist Wenik – wobei das auch Bündel von Ahorn, Buche, Fichte, Kiefer oder Tanne sein können. Birkenzweige werden in Neumondnächten des Spätsommers geerntet und über mehrere Monate im Dunkeln getrocknet. Aufgrund der späten Ernte sind die Zweige pollenfrei und für Birkenpollenallergiker in der Regel sehr gut verträglich. Die getrockneten und gebündelten Zweige, auch Quasten genannt, werden über mehrere Stunden in heißem Wasser eingeweicht bis ein intensiv und leicht herb riechender, gelbgrüner Sud entsteht, der mit den Zweigen aufgegossen und anschließend in der Sauna verwedelt wird. Dabei darf man als Saunagast ruhig nass werden, denn der Sud pflegt die Haut. Da der Körper bei einer Wenik-Zeremonie mit Zweigen und einem Birkensud abgerieben wird, spricht man auch von einer Waschung, einer Banja. Das Wort Banja hat sich in Russland im Laufe der Zeit zu einem Synonym für traditionelle Saunen und Dampfbäder entwickelt.

Schon gewusst?
Schon in der frühen Geschichte wusste man um die heilende Wirkung der Birke. So nannte der römische Gelehrte Plinius sie »Abor Vitae«, den Baum des Lebens. Für die altnordische Göttin Freya war sie der Wappenbaum, der für Fruchtbarkeit, Gesundheit und langes Leben stand. Im Mittelalter erfand man sogar einen Heilspruch zur Bekämpfung sämtlicher Krankheiten:

»Birkenbaum, ich schüttele dich, siebenundsiebzigerlei Gichten quälen mich. Solang’ sollen sie Dir sein verbunden, bis meine siebenundsiebzigerlei Gichten verschwunden.«

Diesen Spruch sollte man morgens bei Sonnenaufgang vor einer Birke aufsagen und sich anschließend mit in warmem Wasser eingeweichten, zuvor getrockneten Birkenzweigen am ganzen Körper abreiben. Dann würde man von seinem Leiden befreit werden.

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