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Oh, Du wärmende Saunazeit

Mein 2. Weihnachtstag im monte mare Rengsdorf

Ein Beitrag von Wellnesstester Angela Kastenholz

Dieser Artikel soll dazu dienen, vielleicht mal ein paar Saunagäste auf ihr Verhalten aufmerksam zu machen… Klar, an Weihnachten ist es in der Sauna eben voll, Hauptsaunazeit halt, und das Personal hat auch wirklich alles gegeben um hinterherzukommen. Aber, wenn jeder auch nur ein bisschen mehr Rücksicht nehmen würde…

Als Single ist es nicht wirklich einfach Weihnachten zu überstehen….. ein Lichtblick naht. Am 2. Weihnachtstag hat das Monte endlich wieder auf. Ausschlafen, irgendwie hat mein Wecker grade seinen Jahresurlaub. Gut frühstücken, Saunatasche packen und nix wie ab ins 40 km entfernte Monte Mare nach Rengsdorf.

Ankunft: oha, Parkplatz verdammt voll. Also noch viel mehr Leute, die froh sind dass Weihnachten um ist und einfach nur relaxen wollen. Parkplatz gefunden und ab an den Eingang. An der Kasse dann die freundliche Frage: PAARTARIF? Danke für die Erinnerung :-( Nein, kein Paartarif. Ich hab keinen neben mir gehen, ich bin SINGLE! Es sei denn, diesen Montag  geht die eine Hälfte und nächsten Montag geht die andere Hälfte von mir. Darauf wollte sich die freundliche Dame an der Kasse aber nicht einlassen… Zum Glück gibts ja noch den ADAC Tarif. Also bezahlt und nix wie rein ins Getümmel.

Erster Aufgussversuch: Panoramasauna. Die ist 10 Minuten vorher wegen Überfüllung geschlossen..Ok, dann halt Ruhe in der Mentalsauna. Tür auf, leer. Reinglegt und den Klängen der Entspannungsmusik gelauscht. Himmlisch… seufz… Nach ca. 10 Minuten ging die Tür auf: ” Boahh guck mal, ein Aquarium! Und soooo dunkel und ruhig (zumindest bis dahin) … ach und am 14.4. iss ja ne Samstach… wirste fufzich (wen interessierts???) … da kann isch ävver nit kumme…”

Ich bin dann nach weiteren 5 Minuten geflüchtet. Erstmal duschen, eine Runde durch den Garten und mal einen Platz im Ruheraum suchen. Ist klar: Überall nur total erschöpfte Handtücher, die völlig apatisch auf den Liegen lagen und sich ausruhten. Naja, man kann die armen Handtücher ja nicht stören. Gucken wir mal weiter in dem Ruheraum bei der Salzgrotte. Ohje, auch hier 50 % aller Liegen mit von den Weihnachtstagen völlig überfressenen, total fertigen Handtüchern belegt. Den armen Kerlchen kann ich doch keinen Platz streitig machen. Suchen wir mal weiter. Bald hab ich was gefunden: die Steinliegen. So schön warm… Buch in die Hand und eine Runde gelesen. Zumindest solange, bis mein Hintern mir erklärte dass die Steinliege jetzt nix mehr für ihn sind.

Also noch eine Runde Sauna. Ich schlendere in Richtung Garten, und was sehe ich unten an der Sitzgruppe? Eine ganze Familie mit Bockwurst und Kartoffelsalat, neee ist klar. Das Essen ist ja auch sooo teuer, dass man sich ja schon selber versorgen muss. Ich fasse es nicht.

Es ist 13.30 Uhr, ich schlendere an der Pfahlsauna vorbei. Aufguss um 14 Uhr: DAS DING IST VOLL!!!! NE HALBE STUNDE VORHER!!!! Respekt, das will ich sehen- Die können nicht bis 14 Uhr durchhalten. Ich bin ja nicht dumm und stell mich mal vor die Tür. Irgendeiner muss noch da raus. Ja, Vater und Sohn kommen gestürmt. Duschen gehen, eine Runde schwimmen – und lassen doch tatsächlich ihre armen Handtücher drinnen weiter in der Hitze schmoren. Die sind jetzt bestimmt neidisch auf die anderen Handtücher im Ruheraum. 13:40 Uhr: Endlich, ein Pärchen kommt mit Handtüchern rausgestürmt. Ich stürme rein mit Stoßgebet gen Himmel: “Lieber Gott lass meine Kondition heute exorbitant gut sein”. Die armen Handtücher von Vater und Sohn schwitzen jetzt schon geschlagene 15 Minuten alleine da rum.  Handtuchquäler. Nach und nach machen sich auch alle anderen Saunagäste auf nach draußen und lassen ihre Handtücher völlig verwahrlost weiter schmoren. Dann ist endlich 14 Uhr:  Aufguss mit Wladimir, sensationell gut.

Dann eine Runde durch den Garten, um langsam abzukühlen (dauert nach gut 30 Minuten in der Sauna ein bisschen länger), aber ich hab Durst. Ich glaube, 30 Minuten Sauna lassen einen wirklich austrocknen. Nix wie ab in den Restaurantbereich. Ich sag ja, es ist viel los, aber ich glaub ich fange an zu halluzinieren: Da sitzen doch überall Taschen und Handtücher an den Tischen und essen und trinken. Naja, kann ich ja noch verstehen, wenn es die armen Schweine sind, die vorher fast 50 Minuten in der Pfahlsauna waren. Also schleppe ich mich weiter zur Theke. „Eine große Apfelschorle bitte…“

Dann entdecke ich das schöne Kaminzimmer. Vielleicht ist dort was frei. Schade, alle Sessel belegt und auf den Bänken liegen andere Gäste, die – genau wie ich – die relaxenden Handtücher nicht stören wollten. Egal, die Apfelschorle hab ich eh fast leer. Schnell noch eine Runde durch den Garten und mal gucken. Panoramasauna: 15 Uhr Aufguss. Ups, schon wieder 15 Minuten vorher wegen Überfüllung geschlossen – aber wenigstens mit Menschen und nicht mit Handtüchern. Plan B:  Mentalsauna. Die ist noch fast leer. Nix wie rein und der Entspannungsmusik gelauscht. Zack, Tür geht auf und… ” hach watt hamme denn jetzt hee? kumm heee arüvver, könneme Fisch luure… ach un weje demm Jebuurtstaaaccchhhhh … ” (nein er interessiert mich immer noch nicht). Die Erlösung naht, der Saunameister kommt zum Aufguss und bittet um Ruhe – herrlich. Aufguss vorbei, Saunameister raus, Tür zu. “….. un wo war jetzt die Entspannung?????” Andere Dame: ” Datt Ommmm musste ja och selvst maaache“. Ich flüchte aus der Sauna, bevor ich laut losbrülle vor, nicht nur  Lachen. Noch eine Runde durch den Garten und mal nach allen relaxenden Handtüchern und Taschen geschaut. Ich glaub das ist ne Marktlücke: Betreuung herrenloser Handtücher und Taschen in der Sauna, Sie relaxen und ich kümmer mich um die armen Kleinen.

Ich tu meiner Haut mal was Gutes: Salz-Zeremonie. Gerne war ich bereit, mir für einen Euro Zitronensalz zu holen, um in Ruhe meine Salz-Zeremonie zu genießen. War wirklich eine super Idee. Ich hab eine Haut weich wie ein Kinderpopo, und sie duftet… seufz…

Wieder rein ins Hauptgebäude. Und noch eine Apfelschorle im Stehen geschlürft, denn die Handtücher und Taschen scheinen einfach nicht satt zu werden. Die nette Familie aus der Sitzgruppe versteckt jetzt die Tupperdosen unter Handtüchern, unfassbar.

17 Uhr: Klangschalenzeremonie. Ich bin mal 15 Minuten vorher da und hab noch einen Platz bekommen. Waldemar hat schon aufgebaut und pünktlich um 17 Uhr geht‘s los. Ich lausche den Klangschalen, komme zur Ruhe. 2 ältere Damen vor der Türe unterhalten sich: „Watt machen die denn da????? Och datt kenn isch… datt ist mit denn Pöttche“. Die ganze Sauna grunzt vor Lachen. Wladimir lässt sich nicht aus dem Konzept bringen und ich komm wieder zur Ruhe… Ich hab noch nicht mal gemerkt als er rausgegangen ist. Entspannung pur.

Inzwischen brüllte mein Magen schon die anderen Saunagäste an: Hunger! Also  was tun – Handtücher und Taschen vertreiben? Nein, duschen, fertig machen und nix wie nach Hause. Für den heutigen Tag reicht es, aber ich bin wirklich gerührt, wie besorgt manche Menschen doch um Ihre Taschen und Handtücher sind.

Kommentare

  • 27. April 2013

    Julia S.

    Ein wirklich guter Bericht, hin und wieder wirkt es ein wenig übertrieben, kann mir jedoch vorstellen wie nervig das zwischen den Jahren sein kann.
    Alles in allem sehr wünschenswert dass die schlechten Angewohnheiten mal sanktioniert werden, da es aber “sowieso jeder macht” wird das leider nie aufhören…


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