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Nutze den Tag!

Nutze den Tag – dieses Mantra scheint unseren Alltag, unser Berufs- und Familienleben mehr denn je zu bestimmen. Mit “Nutzen” ist in der Regel Leistung gemeint. Produktivität im Sinne von Arbeit, Tagwerk, Geldvermehrung – eine ganze Reihe von Assoziationen drängt sich auf. “Mach dich nützlich” – diese Aufforderung bläst ins gleiche Horn und meint tatsächlich: Sei Tätig, schaffe was, tu’ und mach. Leiste!

Carpe diem - zu deutsch "Nutze den Tag"

Carpe diem – zu deutsch “Nutze den Tag”

Wer immer tut, macht und leistet, verheddert sich auf die Dauer nur allzu leicht in dieser Form von Aktionismus. Denn, das wissen wir hinreichend aus den Naturwissenschaften: Leistung ist immer eine Form von Energieumwandlung. Wer körperlich arbeitet, “verbrennt” Kalorien. Aus den Zellen wird unter anderem Zucker entspeichert und in Energie, in Aktion umgewandelt. Umwandlung und Energiegewinnung sind also immer eine Form von Verbrauch. Wenn wir auf der körperlichen Ebene keine Energie zuführen indem wir nichts essen und trinken, werden wir verhungern und verdursten. Auf der seelisch-psychologischen Ebene verhält es sich nicht anders: Wenn wir uns selbst keine (Seelen-) Nahrung zuführen, so werden wir auch in dieser Hinsicht “verhungern”. Wir werden hohl und leer.

Dieses Geschehen kann sich in vielen Lebensbereichen zeigen. Beziehungen, in denen sich einer der Beteiligten emotional ausgenommen und erschöpft fühlt, können auf ein solches Ungleichgewicht hindeuten. Das heißt, um bei unserem Bild zu bleiben: Einer ist der emotionale Ernährer seines Gegenübers, bekommt aber nichts zurück und/oder hat keine anderen Kraftquellen. Auf die Dauer stehen wir so mit leeren Taschen da. Auch in unserer Beziehung zur Arbeit zeigt sich das nicht selten. Viele berichten, sie fühlten sich ausgelaugt. Das Prinzip ist kein anderes als in zwischenmenschlichen Beziehungen.

Mädchen riecht an SonnenblumeDoch worum geht es letztendlich? Der Pfad führt uns tief in das eigene Innere, zu uns selbst, zur inneren Quelle der Kraft. Der Schlüssel sind Selbstliebe, wohlwollende Zuwendung zur eigenen Persönlichkeit, ein verständnisvolles Wahrnehmen der eigenen Bedürfnisse und ihnen nachzugeben. Wir müssen selbst für unsere Nahrung sorgen. Für Nahrung zu sorgen hat meist nichts mit Leistung zu tun, mit tun und machen. Es sind vielleicht vielmehr die Dinge, die in vielen Leben irgendwie immer “hinten runter fallen”. Ein Instrument spielen, singen, sich ausschlafen (ich meine so richtig …). Nutzlos abhängen. Den lieben Gott einen guten Herrn sein lassen und sich durch den Tag atmen. Die Sterne am Himmel zählen. Das Handy “verlieren”.

Lange Rede, kurzer Sinn: Machen Sie mal wieder das, wobei Sie als Kind am glücklichsten waren. Das hat vermutlich mit dem eingangs klassisch-sinnvollen wirtschaftlichen Nutzen rein gar nichts zu tun, hoffentlich. Es ist aber alles andere als unnütz …

Kommentare

  • 30. August 2016

    Anige

    Beim Lesen des Artikels ist mir sofort folgender Spruch eingefallen: “Mens sana in corpore sano” eine lateinische Redewendung und bedeutet auf Deutsch so viel wie: “ein gesunder Geist in einem gesunden Körper”. Quelle:Wikipedia. Beide Komponenten im Einklang zu pflegen ist in unserer leistungsgeprägten Gesellschaft durchaus eine große Herausforderung. Arbeiten, Arbeiten und Arbeiten fördern keinesfalls einen gesunden Geist und somit auch keinen gesunden Körper. Folgen: Burnout, Stress, Panik, etc.

    Ich bin sehr begeistert von diesem Artikel, da er genau die richtigen Aspekte anspricht. Man soll genau das machen, was einem glücklich macht. Den Nutzen für einen suchen, den Körper mal wieder eine Auszeit geben. Sich dem Alltagsstress entziehen und wieder genug Energie tanken. Sachen machen, auf die man einfach mal Lust hat ohne groß darüber nachzudenken, ob es wirtschaftlich Sinn macht oder nicht…

    Das wird leider in unserer Gesellschaft zu wenig praktiziert. Ich muss mich da selber an die Nase packen. Es ist sehr wichtig sich um die Gesundheit zu kümmern, auch sollte man mögliche Fragen klären, was passiert wenn man wirklich mal krank wird. Was passiert dann? In welcher Form greift meine Versicherung? Von Natur aus bin ich ein Mensch, der gerne in die Zukunft sieht um mögliche Problem frühzeitig zu beheben. Ich weiß noch wie ich diesen Frühling dankbar war, dass ich eine Kranken-Zusatzversicherung abgeschlossen habe. Die Zahnarztrechnung fiel dann nicht so hoch für mich aus. Somit kann man sich dann auch mal Zeit und Geld für die schönen Dinge des Lebens nehmen. Einfach mal wieder spontan reisen, ins Kino gehen, eine Bar besuchen….

    Vielen Dank für den tollen Artikel!


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