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Blüten – Zum Essen fast zu schön

Es grünt und blüht in Gärten, auf Wiesen und am Wegesrand – der Sommer ist naht! Die Laune steigt mit den Sonnenstunden und direkt vor unseren Füßen geschehen täglich kleine Wunder. Blütenknospen springen auf und überziehen das frische Grün mit einem bunten Naturkonfetti in den schönsten Bonbonfarben.

Ob Holunder- und Fliederdolden oder später im Jahr Lavendel und Rosen – wir lieben nicht nur das prächtige Erscheinungsbild der Blüten, sondern mindestens genauso ihren betörenden Duft. Dass sich deren Aromen am Gaumen ähnlich entwickeln wie in der Nase, ist eigentlich klar. Trotzdem ist das Wissen über den kulinarischen Genuss und medizinischen Nutzen der meisten Blüten im Laufe der Jahrhunderte in Vergessenheit geraten. Der wunderbare Holunderbusch gehört zu den wenigen Pflanzen, denen dieses Schicksal erspart geblieben ist. Stets haben die Landfrauen aus den duftenden Dolden Saft für den Winter hergestellt. Die in den Beeren enthaltenen Fruchtsäuren, ätherischen Öle und Vitamin C sind bereits in den Blüten zu finden und gelten als ein bewährtes Hausmittel bei Erkältungen. Mittlerweile ist der Holundersirup in Gesellschaft von Prosecco als „Hugo“ zum erfrischenden Kultgetränk aufgestiegen. Auch der Verzehr von Gänseblümchen ist nicht neu. In Salz und Essig konserviert waren die Knospen früher ein preiswerter Ersatz für Kapern.

In den letzten Jahren hielten florale Genüsse aber vor allem in der Natur- und Gourmetküche Einzug. Gemeinsam mit den wieder entdeckten Wildkräutern krönen sie Suppen und Salate, schmücken in kunstvollen Arrangements Desserts und Torten. Ihren Siegeszug haben die Blüten nur auf ersten Blick ihrer auffälligen Optik zu verdanken. Die sternförmigen Borretschblüten mit ihrer kräftig blauen Farbe dienen ebenso wie Korn- und Glockenblumen als „Hingucker“ auf grünen Blattsalaten. Geschmacklich ebenso zart sind die mehrfarbigen Hornveilchen und Stiefmütterchen. Ihr Gehalt an Magnesium und Salizylsäure macht sie dafür zum Heilmittel gegen Ekzeme und soll bei Stoffwechselstörungen helfen.

Für Süßspeisen eignen sich Rosen, Flieder und Veilchen aufgrund ihres parfümähnlichen Duftes. Alle drei lassen sich hervorragend kandieren und wachsen in Kombination mit Zimt und Vanille geradezu über sich hinaus.

Für Salate und salzige Speisen eignen sich die leuchtend gelben und roten Blüten der Kapuzinerkresse am besten. Sie setzen nicht nur optisch tolle Akzente, sondern würzen noch mit ihrem leicht pfeffrig-scharfen Aroma. Und wessen Gaumen noch Berührungsängste mit den fragilen Schönheiten hat, fängt vorsichtig mit Oregano- oder Schnittlauchblüten an. Sie setzen Pasta- und Kartoffelgerichten optisch und geschmacklich das Sahnehäubchen auf.

Kulinarisch, sinnlich, inspirierend: Kleine Köstlichkeiten

Blütenzucker und -Salze: Salz und Zucker lassen sich ganz leicht selbst mit duftenden Blüten wie Lavendel, Rosen oder den fruchtigen Malven aromatisieren. Wer keinen Garten hat, erhält die getrockneten Blüten in der Apotheke oder bei spezialisierten Internetversendern. Mischt einfach naturbelassenes Meersalz oder feinen Zucker mit den Blüten – die Kristalle nehmen die Aromen mit der Zeit auf und die bunten Farbtupfer sehen auch noch hübsch aus.

Blüten-Eiswürfel: Für Gänseblümchen- und Stiefmütterchen-Eiswürfel verwendet man besser Stilles Mineralwasser, das beim Einfrieren klarer bleibt. Böden der Förmchen mit Wasser gefrieren lassen, dann die Blüten darauf legen, mit Wasser auffüllen und ganz durchfrieren.

Kandierte Blüten: Zum Kandieren von Blüten werden diese vorsichtig mit Eiweiß bepinselt, mit feinstem Zucker bestäubt und bei 50 Grad im Ofen getrocknet.

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