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Digital Detox – Mehr als nur ein Trend

Die Allgegenwärtigkeit des Internets und die damit verbundene ständige Erreichbarkeit sind in unserer Welt nicht mehr wegzudenken. Die Nutzung mobiler Geräte, die Möglichkeit jederzeit und überall das Weltgeschehen zu verfolgen, die sozialen Netzwerke und Kontakte mobil zu checken, gehört mittlerweile zum Kulturverständnis. Doch auch eine Gegenbewegung ist in diesem Zusammenhang zu erkennen. Die Rede ist von Digital Detox.

Angetrieben von der Sehnsucht, dem ständigen Gefühl der Überforderung zu entkommen, ist damit der Verzicht von elektronischen Geräten wie Computer, Laptop, Smartphone oder Tablet gemeint. Ziel dieses Verzichts ist es, der Vernetzung und omnipräsenten Erreichbarkeit Einhalt zu gebieten und dem Gefühl der Überforderung zu entkommen. Dabei stehen Stressreduktion und das bewusste Zeiterleben beim Digital Detox im Vordergrund.

Was tun?!

Bereits auf den ersten Blick lassen sich simple Methoden finden, um dem Handy als ständigen Wegbegleiter den Kampf anzusagen. So kann es schon hilfreich sein, das Handy vor dem Schlafengehen in ein anderes Zimmer zu legen, um nicht vor dem Einschlafen, mitten in der Nacht oder gar als erste Handlung nach dem Erwachen zum Mobiltelefon zu greifen. Viele Menschen, die gerne mehr Zeit abseits mobiler Technologien verbringen würden, klagen darüber, dass es ihnen zunehmend schwer fällt, sich auf eine einzelne Tätigkeit zu konzentrieren. Schnelle Ablenkungen, Konzentrationsschwächen und Vergesslichkeit stehen auf der Liste der Klagen ganz weit oben. Um diesen Symptomen entgegenzuwirken kann es empfehlenswert sein, regelmäßig über den Tag verteilt, eine Art Achtsamkeitstraining durchzuführen. Dies kann schon durch das bloße Wahrnehmen der eigenen Atmung stattfinden. Besinnt man sich auf den eigenen Atemrhythmus und schweift bereits nach wenigen Sekunden in einen anderen Gedanken ab, so startet man mit der Übung erneut. Diese Art von Training fördert das Bewusstsein und steigert die Konzentration. Aber auch durch bewussteres und häufigeres Ausleben der eigenen Hobbys. Schon der Griff zu einem Buch anstelle des Handys kann zur Steigerung des Wohlbefindens führen.

Neben den privaten Maßnahmen, welche sich problemlos zu Hause durchführen lassen, springen mittlerweile immer mehr Dienstleister auf den Trend des mobilen Verzichts auf und bieten Interessenten gezielte Schulungen und Camps an. Neben Kommunikationstechniken stehen oftmals Entspannungsübungen, Yoga und Vorträge über Ernährung auf der Agenda.

Nicht alles schlecht reden

Jedoch wäre es der falsche Weg, die Digitalisierung grundlegend ins schlechte Licht zu stellen: Wirft man einen Blick auf die Arbeitswelt, so stellt man fest, dass die Digitalisierung die Arbeitsstrukturen auch deutlich flexibler macht. So lässt die Technik heute ortsunabhängiges arbeiten problemlos zu und fördert zudem noch das Verbinden von Arbeit und Familie. So beschleunigen Mobiltelefone mit der Leistungsfähigkeit eines Computers auch Arbeitsprozesse und ermöglichen effizientes Arbeiten rund um die Uhr. Zugriffe auf Datenbanken, Server und Clouds ersparen dem Menschen wertvolle Zeit und Mühe, die vor einigen Jahren noch händisch und mit großem Aufwand erledigt werden musste.

Interessant wird es zu beobachten, wie Unternehmen das Verlangen der Menschen nach Phasen der Unerreichbarkeit in ihren Arbeitsalltag einbinden und ihre Mitarbeiter durch Rückzugsmöglichkeiten schützen. Muss der Arbeitnehmer E-Mails auch nach Feierabend noch lesen und bearbeiten oder wird ihm die eine Offline-Zeit am Ende des Arbeitstages eingeräumt? Bereits einige Vorreiter schalten den E-Mailserver des Unternehmens über Nacht aus oder sorgen für eine automatische Archivierung von E-Mails wenn sich der Angestellte in Urlaub befindet.

Am Ende des Tages bleibt eine zentrale Frage: Können wir uns ein Leben ohne Internet überhaupt noch vorstellen? Sind wir in der Lage Dinge zu erledigen, die vor 40 Jahren problemlos möglich waren, ohne dabei Siri oder Google nach Rat zu fragen?

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