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Die Geheimnisse des Yoga – was macht die Trendsportart so besonders?

Yoga war lange Zeit als esoterische Beschäftigung verrufen, die von vielen, die mit Meditation oder ähnlichem nicht viel anfangen konnten, belächelt worden ist. Doch mittlerweile haben sich viele dieser Kritiker eines Besseren belehren lassen, sodass immer mehr Manager, Banker und Businessfrauen sich ihre Entspannung beim Yoga suchen. Denn Yoga bietet nicht nur sportliche Betätigung, sondern auch den Weg zur inneren Ruhe, um den geschäftlichen Alltag leichter bewältigen zu können. Doch was genau ist Yoga, wie wird diese Sportart praktiziert und ist sie tatsächlich für jedermann geeignet?

Yoga – Hintergründe und Geschichte

© Maygutyak - Fotolia.com

© Maygutyak – Fotolia.com

Wenn es ganz genau genommen wird, ist Yoga eigentlich keine Sportart, sondern eine indische philosophische Lehre, die ihren Ursprung schon vor 3000-4000 Jahren hatte. Hintergrund von Yoga waren auch damals schon die Meditation und die Konzentration, um den Geist zu beruhigen und den Körper geschmeidiger zu machen, ihn in Einklang zu bringen. Yoga diente – und dient auch heute noch vielen – als Weg auf der Suche nach Erlösung.

Allerdings bezeichnet Yoga im ursprünglichen Sinn nicht nur die Bewegungs- und Atemübungen, sondern die gesamte Lehre. In der westlichen Welt hingegen werden unter Yoga vor allem die körperlichen Übungen verstanden, die Asanas.

Auch hat die Ausübung von Yoga bei vielen Westeuropäern keine religiösen, hinduistischen oder buddhistischen Gründe, sondern dient vielmehr dazu, positive Auswirkungen auf den Körper zu erfahren und entspannter zu werden. Des Weiteren wird Yoga heutzutage oftmals ausgeübt, um verschiedene Krankheitsbilder wie Depressionen, Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Durchblutungsstörungen oder Angstzustände zu bekämpfen.

Weitere Informationen rund um die Geschichte des Yoga findet Ihr hier.

Die Vorteile von Yoga – und seine Risiken

Hauptsächlich haben Yoga-Anfänger zwei verschiedene Gründe, weshalb sie sich für diese Freizeitbeschäftigung entscheiden. Entweder, sie brauchen einen Ausgleich zu ihrem stressigen Alltag und wollen abschalten oder aber sie haben gesundheitliche Probleme – oftmals auch psychischer Natur, womit das Abschalten hier ebenfalls eine Rolle spielt.

Der positive Effekt, den Yoga auf die menschliche Psyche hat, ist sogar wissenschaftlich nachgewiesen. Aber der Körper wird durch die Asanas ebenfalls gestärkt:

  • Muskelaufbau
  • Verbesserung der Haltung und der Beweglichkeit
  • Verbesserung der Ausdauer
  • Training des Gleichgewichtssinns
  • Verbesserung der Durchblutung
Je nach Übung werden verschiedenste Bereiche des Körpers trainiert. Hier zu sehen ist die Krieger-Pose, sie formt sowohl Gesäß als auch Oberschenkelmuskel. Foto: © koszivu - Fotolia.com

Je nach Übung werden verschiedenste Bereiche des Körpers trainiert. Hier zu sehen ist die Krieger-Pose, sie formt sowohl Gesäß als auch Oberschenkelmuskel. Foto: © koszivu – Fotolia.com

Doch wie bei jeder anderen körperlichen Betätigung auch, dürfen mögliche Risiken nicht unter den Tisch gekehrt werden. Theoretisch eignet sich Yoga zwar für jedermann, jedoch sollten einige Übungen ausgelassen werden, wenn die gesundheitlichen Voraussetzungen dafür nicht gegeben sind.

Yoga sollte nicht als Hochleistungssport angesehen werden, bei dem die größte Verdrehung, die stärkste Überdehnung besondere Anerkennung findet – Yoga sollte im Rahmen des Möglichen ausgeführt werden, um nicht nur Spaß zu machen, sondern auch gesundheitsfördernd statt gesundheitsschädlich zu sein.

Überschätzt man sich selbst und hat nicht den richtigen Lehrer bei der Hand, können folgende Risiken auftreten (einen weiterführenden Artikel findet Ihr außerdem Fit for Fun):

  • Blutstau

An Übungen wie den Lotussitz sollte der Körper langsam herangeführt werden, ansonsten drohen Thrombosen.

  • Gelenkprobleme

Wer ohnehin schon Gelenkprobleme hat, sollte darauf achten, nur gelenkschonende Übungen auszuführen. Ansonsten würde sich das Leiden verschlimmern. Auch wer bisher keine Gelenkschmerzen hatte, sollte sich nicht gleich übernehmen und bei den ersten Anzeichen von Schmerzen besser mit der Übung aufhören, um keinen Hexenschuss oder ähnliches zu riskieren.

  • Kreislaufprobleme

Wie bereits erwähnt, sollen Asanas in erster Linie der Entspannung dienen. Wer eine Übung nach der anderen vollzieht, erreicht jedoch genau das Gegenteil: Der Puls geht hoch, die Atmung wird schneller und statt Entspannung könnten Kreislaufprobleme die Folgen sein.

  • Rückenbeschwerden

Yoga eignet sich sehr gut gegen Rückenbeschwerden. Allerdings können diese hervorgerufen werden, wenn nicht behutsam an die Sache heran gegangen wird und der Rücken überdehnt wird.

Wer sich allerdings selber gut einschätzen kann und einen geschulten Lehrer zur Unterstützung hat, der wird in erster Linie nur die positiven Aspekte vom Yoga kennenlernen. Zu viel Ehrgeiz sollte demnach außen vor bleiben – hier geht es nicht um außerordentliche Leistungen, sondern um innere Ruhe.

Um das Verletzungsrisiko von vornherein zu minimieren, sollten Anfänger wie auch Fortgeschrittene außerdem zu möglichst lockerer Kleidung greifen. Atmungsaktive Materialien sind zu empfehlen, ein geringer Elastan-Anteil sorgt zudem dafür, dass die Kleidung jede Übung problemlos mitmacht und nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Wer Yoga nicht nur aus sportlicher Überzeugung, sondern auch aufgrund des spirituellen Gedankens ausführen möchte, der kann übrigens auf eine Vielzahl von Kleidungsstücken zurückgreifen, die klassische Symbole des Yogas miteinfließen lassen. Dazu gehören beispielsweise die Lotusblüte, das verschlungene Om-Zeichen, die Gottheit Ganesha oder das traditionell hinduistische „Namaste“. Hier gibt es weitere Infos zu den Symbolen, ihrer Abstammung und der tieferen Bedeutung.

Asanas für Yoga-Anfänger und beliebte Übungen

Egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener: Vor den Übungen ist es wichtig, zunächst einmal zur Ruhe zu kommen – einen Augenblick entspannen, tief durchatmen. Des Weiteren ist bei den Übungen zu beachten, dass in den verschiedenen Positionen tatsächlich immer nur maximal so lange verharrt werden sollte, wie diese auch angenehm ist. Nur so können Überdehnungen oder Schlimmeres vermieden werden.

  • Der Sonnengruß (Surya Namaskar)

Der Sonnengruß oder auch das Sonnengebet ist eine typische Aufwärmübung (keine Asana), die aus 12 verschiedenen Bewegungen besteht und alle 12 Chakren anspricht. Diese Übung dient einerseits zur ersten Dehnung, andererseits gibt sie Selbstvertrauen. Sie ist eine der wohl bekanntesten Übungen, die auch viele Laien schon einmal gehört haben dürften.

  • Der Krieger (Vira Bhadrasana)

Der Krieger – auch genannt der Held – gehört zu den anstrengenderen Übungen und den 84 Haupt-Asanas. Der Krieger stärkt den Quadriceps und den Gesäßmuskel, fördert das Durchhaltevermögen und entwickelt geistige Kraft.

  • Das Dreieck (Trikonasana)

Dieses Asana wird in der Regel nach dem Sonnengruß oder dem Krieger ausgeführt und zählt zu den einfacheren Übungen. Das Dreieck kräftigt Bein-, Po- und Rückenmuskulatur und stärkt psychisch.

  • Der Baum (Vrikshasana )

Auch der Baum gehört zu den Haupt-Asanas und gilt als Gleichgewichtsübung. Sowohl die körperliche als auch die geistige Festigkeit wirkt gestärkt, zudem wird die Körperhaltung durch diese Übung verbessert.

  • Die Kobra (Bhujangasana)

Die Kobra wird auf dem Boden liegend ausgeführt und dient zur Stärkung des Rückens. Außerdem dehnt sie die Po- und Armmuskulatur. Geistig öffnet und befreit die Kobra, liefert zudem neues Selbstbewusstsein. Im Übrigen ist die Kobra auch eine der Bewegungen, die in dem Sonnengruß Anwendung finden.

Ebenfalls wichtig: Die Atmung

Yoga hat nicht nur komplexe Figuren zu bieten, sondern lässt gleichermaßen Übungen zur Entspannung miteinfließen. Foto: © Photographee.eu - Fotolia.com

Yoga hat nicht nur komplexe Figuren zu bieten, sondern lässt gleichermaßen Übungen zur Entspannung miteinfließen. Foto: © Photographee.eu – Fotolia.com

Beim Yoga kommt es nicht nur auf Bewegungsabläufe und die dazugehörigen Übungen an, die Atmung ist ebenfalls sehr wichtig. Neben den Asanas gilt es demnach auch die Pranayamas (Atemübungen) zu beachten.

Je ruhiger ein Mensch atmet, desto ruhiger ist sein Geist. Da es beim Yoga vor allem um Entspannung geht, sollte das richtige Atmen erlernt werden. Hierzu gibt es verschiedene Übungen wie beispielsweise die Wechselatmung (Nadi Shodhana), bei der abwechselnd durch das rechte bzw. linke Nasenloch ein- und ausgeatmet wird, um die Lebensenergie anzuregen.

Mehr Infos zum Thema Atmung findet Ihr in diesem Artikel.

Yoga ist nicht gleich Yoga

Yoga hat sich in den vergangenen Jahrhunderten stetig weiterentwickelt und Abspaltungen zugelassen. So gibt es heutzutage verschiedene Formen, manche davon auch relativ ausgefallen.

Bereits die klassischen indischen Schriften haben aber schon vier Yogawege beschrieben. Sie sind jedoch nicht unbedingt als getrennte Wege zu betrachten, da jeder Mensch alle Attribute der vier Wege in sich vereinen sollte, um inneren Frieden zu finden. Die vier Wege sind im Einzelnen:

  • Karma Yoga

Das „Yoga der Tat“. Dieser Weg lehrt, dass in jeder Situation das getan wird, was gerade zu tun ist – ohne ein bestimmtes Ergebnis anzustreben oder sich von Lust leiten zu lassen. Dementsprechend gibt es beim Karma Yoga auch keine vorgegebenen Übungen oder Praktiken.

  • Bhakti Yoga

Das „Yoga der Hingabe“. Auf diesem Weg wird die Beziehung des Lebewesens zum höchsten Wesen – also Gott – gesucht. Hierbei kommt es vor allem auf Gefühle an, um Gott näher kommen zu können. Es geht aber nicht nur um die Liebe zu Gott, sondern auch zu seinen Schöpfungen: Menschen, Tiere und Natur.

  • Raja Yoga

Das „königliche Yoga“. Dieser Weg umfasst die allgemein bekannten Yoga-Übungen wie Asanas und Pranayamas und dient als Weg der Selbstdisziplin.

  • Jnana Yoga

Das „Yoga des Wissens“. Bei diesem Weg handelt es sich um das Streben nach Wissen, Erkenntnis und Weisheit, er hat die Befreiung durch Erkenntnis zum Ziel. Auch hier wird auf spezielle Übungen verzichtet, vielmehr geht es um das Erlangen von Wissen.

Wie bereits erwähnt sind aber auch neumodische und ausgefallene Yoga-Arten denkbar, die zwar traditionelle Übungen miteinfließen lassen, allerdings den Fokus nicht immer auf Entspannung und Meditation legen. Als Beispiele seien folgende zu nennen:

  • Acro Yoga

Die im Jahre 2004 gegründete akrobatische Form des Yoga unterscheidet sich in zwei verschiedene Formen: das therapeutische Fliegen und das akrobatische Fliegen. Bei beiden Formen ist Teamwork gefragt, denn einer muss den anderen auf Händen oder auf Füßen tragen. Hier ist demnach sowohl Kraft als auch Balancegefühl gefragt, wodurch sich diese Variante eher an fortgeschrittene Yogi richtet.

  • Aqua Yoga

Das Detail steckt bereits im Namen: diese Yoga-Art wird im Wasser ausgeführt und ist somit auch für körperlich beeinträchtigte Menschen gut geeignet, besonders wenn es sich dabei um Übergewicht oder Gelenkprobleme handelt.

  • Bikram Yoga

Beim Bikram Yoga steht nicht die Entspannung an erster Stelle, auch Spiritualität finden sich hier nicht wieder – hier geht es um die Ertüchtigung und Schweiß. Denn diese Form von Yoga wird in einem bis zu 40°C heißen Raum ausgeführt, um den Körper zu entgiften und zu entschlacken.

  • Doga

Hundehalter machen vieles gerne mit ihrem Hund gemeinsam bzw. nehmen diesen so oft mit, wie es nur geht. Beim Doga darf der Hund sogar mit entspannen. Sowohl Hund als auch Herrchen oder Frauchen nehmen bestimmte Entspannungsposen ein und fahren sich somit auch gegenseitig herunter.

Versucht es doch auch mal mit Büroyoga: Ganz einfache Übungen für Zwischendurch, die Ihr jederzeit am Schreibtisch machen könnt, halten Euch auch im Alltag fit. Ganz nebenbei wirken sich die klitzekleinen Pausen auch positiv auf Eure Konzentration aus und geben Euch den richtigen Schwung für den Arbeitstag.

Kommentare

  • 16. Juli 2017

    Roger Kaufmann

    Hab seit einiger Zeit Rückenschmerzen und bin auf der Suche um etwas, was ich gegen die Schmerzen (nicht starke) aber störende machen kann. Das Video: Rückenbeschwerden auf Ihrer Seite scheint nicht zu funktionieren
    @Yoga eignet sich sehr gut gegen Rückenbeschwerden. Ist dem wirklich so?

    • 19. Juli 2017

      Lukas Schmitt

      Hallo Roger, das Video müsste jetzt wieder funktionieren! Wenn Yoga richtig und bewusst ausgeführt wird, so kann Yoga definitv Rückenschmerzen entgegenwirken und diese vorbeugen. Viele Grüße vom monte mare Team


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