| Gesund und schön |

Schluss mit Rauchen

Am 31. Mai ist Weltnichtrauchertag. Wir möchten an dieser Stelle keine Horrorszenarien verbreiten oder Euch maßregeln, weil Ihr vielleicht selbst Raucher seid. Vielmehr möchten wir Euch zeigen, wie Ihr Eure Fitness und Gesundheit verbessert, wenn Ihr nicht raucht. Und Tipps für den Rauchstopp haben wir auch für Euch…

Derzeit raucht in Deutschland noch immer fast jeder dritte Erwachsene, das sind knapp 30 Prozent. “Täglich sterben in Deutschland mehr als 300 Menschen an den Folgen ihres Tabakkonsums. Damit ist das Rauchen die häufigste vermeidbare Todesursache“, erklärt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in einer Pressemeldung zum heutigen Weltnichtrauchertag. Es gibt aber auch gute Nachrichten: Jugendliche greifen immer weniger zum Glimmstängel. Die Anzahl der jugendlichen Raucher ist in den vergangenen zehn Jahren deutlich gesunken. 71% der Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren haben noch nie geraucht – das sind so viele wie noch nie zuvor.

Das durchschnittliche Einstiegsalter in die Nikotinsucht liegt in Deutschland derzeit bei etwa 12 Jahren, oft rauchen die Kinder und Jugendlichen erst aus Neugier oder dem Wunsch, in eine Gruppe ausgenommen zu werden. Im Laufe der Zeit wird der Griff zum Glimmstängel dann fester Bestandteil im täglichen Leben. Ob aus Stress oder Langeweile, als Ablenkung oder aus purer Gewohnheit, nach dem Essen und in Gesellschaft oder sogar um das Gewicht zu halten: Die Motive zu Rauchen sind vielfältig und häufig miteinander verknüpft.

Der Körper gewöhnt sich schnell an das Nikotin und seine Wirkung. Man ist bald abhängig, oft ohne es selbst zu merken. Tabaksucht ist von der Weltgesundheitsorganisation unter der Rubrik “Psychische und Verhaltensstörung durch psychotrope Substanzen” klassifiziert. Nach ICD-10 ist man abhängig, wenn mindestens drei der folgenden Kriterien mindestens einen Monat lang auftreten:

  • Starkes Verlangen nach Zigaretten und Zwang zu rauchen
  • erfolgloser Versuch/anhaltender Wunsch, weniger oder gar nicht mehr zu rauchen
  • körperliches Auswirkungen, wenn der Konsum reduziert oder abgesetzt wird
  • Toleranzentwicklung, der Konsum muss immer mehr gesteigert werden
  • Vernachlässigung von Interessen oder Vergnügen zugunsten des Tabakkonsums
  • anhaltender Konsum trotz bereits spürbarer, schädlicher Auswirkungen

Auf Nikotinentzug ist – nach ICD-10 – jemand, der mindestens zwei der folgenden Symptome bei sich feststellt:

  • starkes Verlangen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Krankheitsgefühl/körperliche Schwäche
  • Angstzustände
  • starke Stimmungsschwankungen
  • Reizbarkeit und Ruhelosigkeit
  • Schlaflosigkeit
  • gesteigerter Appetit
  • Husten
  • Geschwulste der Mundschleimhaut

Auch wenn Ihr (noch) keine der genannten Symptome bei Euch feststellen könnt, gibt es doch zahlreiche Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören. Ob es sich dabei um die eigene, körperliche Fitness und Gesundheit handelt oder Ihr einfach Geld sparen möchtet: Am Ende werdet Ihr merken, wie gut Ihr Euch ohne Zigarette fühlt. Eure Haut sieht frischer aus, Euer Geruchs- und Geschmackssinn wird wieder deutlich verbessert und Ihr bekommt wieder mehr Luft. Und Ihr seid freier – nicht mehr abhängig von Raucherpausen, Raucherecken und Zigarettenautomaten.

Endlich Nichtraucher – das lohnt sich!

  • Nach 20 Minuten:
    Puls und Blutdruck sinken wieder, die Durchblutung verbessert sich
  • Nach 12 Stunden:
    Der Kohlenmonoxidgehalt im Blut sinkt, die Organe werden besser mit Sauerstoff versorgt
  • Nach 24 Stunden:
    Geruchs- und Geschmackssinn verbessern sich
  • Nach ca. 2 bis 12 Wochen:
    Die Lunge regeneriert sich, der Kreislauf ist stabiler, das Immunsystem wird wieder stärker, die Haut sieht frischer aus
  • Nach ca. 3 Monaten:
    Die Fruchtbarkeit bei Frau und Mann steigt wieder, die Gefahr von Fehl- oder Frühgeburten sinkt
  • Nach ca. 6 Monaten:
    Die Schleimhäute haben sich weitestgehend regeneriert, Ihr bekommt besser Luft
  • Nach ca. 9 Monaten:
    Raucherhusten und Kurzatmigkeit gehen zurück, auch die Infektionsgefahr der Lungen ist geringer
  • Nach ca. 1 Jahr:
    Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt o.ä. hat sich bereits halbiert
  • Nach ca. 5 Jahren:
    Das Krebsrisiko (Mund-, Kehlkopf-, Speiseröhren-, Blasenkrebs) ist auf die Hälfte reduziert, das Schlaganfallrisiko ist auf dem Niveau eines Nichtrauchers
  • Nach ca. 10 Jahren:
    Das Lungenkrebsrisiko ist nun ebenfalls halbiert, auch das Risiko an Rachen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken ist gesunken
  • Nach 15 Jahren:
    Das Herzinfarktrisiko ist so hoch, wie das eines Nichtrauchers

Tipps zum Durchhalten

Die eine goldene Regel, mit dem Rauchen aufzuhören, gibt es leider nicht. Wir können Euch nur zu dem Versuch ermutigen und Euch Tipps zum Durchhalten geben.

  • Fasst einen Entschluss: Ihr müsst Euch ein klares Ziel setzen und  Euch Euer rauchfreies Leben genau ausmalen.
  • Sucht Euch Ersatz. Egal ob Lolli oder Bleistift: Vielen hilft es, in gewissen Situationen etwas in der Hand zu halten oder sich nach dem Essen statt einer Zigarette den Lolli in den Mund zu stecken.
  • Durchbrecht Rituale: Gewohnheiten abzulegen ist schwer. Aber schafft Euch einfach neue!
  • Behaltet eine kleine Reserve: Nichts ist schlimmer, als zu wissen, dass keine Zigaretten im Haus sind. Eine Packung in Reichweite kann das Verlangen danach erträglicher machen. Natürlich solltet Ihr trotzdem alles versuchen, um diese nicht zu rauchen.
  • Sucht Gleichgesinnte und Verbündete. Gemeinsam seid Ihr stark!
  • Bleibt am Ball und lasst Euch von Rückschlägen nicht entmutigen. Rückfälle können passieren, wichtig ist nur, nicht aufzugeben.
  • Beugt Extra-Kilos vor: Mehr Bewegung und eine ausgewogene Ernährung lassen erst gar keine Pfunde entstehen.
  • Feiert Eure Leistung – und belohnt Euch für jede Etappe! Wie wäre es mit einem guten Essen, einem Kinobesuch oder einem Verwöhn-Tag bei monte mare?

Wir wünschen Euch viel Erfolg auf Eurem Weg in ein rauchfreies Leben!

 

Kommentare

  • 30. Juli 2014

    Kathrin

    Glückwunsch zu diesem Artikel! Man findet ja nicht oft so eine ausführliche, ausgewogene und facettenreiche Behandlung dieses Themas. Außerdem sieht man an den hier hinterlassenen Kommentaren, dass es nicht den EINEN richtigen Aufhörweg gibt. Egal ob E-Zigarette, Medikamente, Hypnose, Laser oder was auch immer – Hauptsache der Ausstieg gelingt.

  • 11. Juli 2014

    peter

    Ich hab 20 Jahre lang geraucht, am Ende Kette. Ich dachte, ich komm nie von den Dingern los. Dann hab ich zufällig eine E-Zigarette ausprobiert und bin jetzt seit 3 Monaten weg vom Tabak. Die beste Entscheidung meines Lebens!

  • 31. Mai 2013

    Stephan Keilwagen

    Nachdem ich 20 Jahre lang jeden Tag eine Schachtel Zigaretten verqualmt habe,bekam ich wohl über Nacht so was wie nen flash und hab sofort damit aufgehört.Das ist jetzt elf Jahre her,aber sie riechen noch immer sehr gut:-)

  • 13. November 2012

    Tomas Schröck

    Vieleicht als Ergänzung: Eine Raucherentwöhnung mit Hypnose kann wahre Wunder bewirken. Diese Methode wird seit vielen Jahren medizinisch und wissenschaftlich erforscht und bringt gute bis sehr gute Ergebnisse hervor. Aus Erfahrung kann ich nur jeden, der sich entschieden hat WIRKLICH mit dem Rauchen aufzuhören, empfehlen, sich in seiner Region zu informieren, wer Raucherentwöhnung mit Hypnose anbietet.

  • 1. Juni 2012

    Jörg

    Hi,
    habe vor ca 3 Jahren aufgehört. Bei mir war es soweit, das ich jede Nacht wacht wurde und eine Rauchen musste und Tagsüber mehr wie 35 Zigaretten geraucht habe.
    Habe mir von meinem Doc das Medikament Champix verschreiben lassen. Zudem habe ich das Buch von Allen Carr “Endlich Nichtraucher” gelesen. Ich bin jetzt seit dem 18.08.2009 Rauchfrei und es geht mir richtig gut dabei !

  • 31. Mai 2012

    Erich Thönnissen

    Hallo, ich habe vor 7 Jahren mit dem Rauchen aufgehört. War ganz einfach. Ich hatte gerade noch eine Zigarette an und dachte, bei dem nächsten Zug den du machst, kippst du TOD um, so scheisse ging es mir plötzlich. Da habe ich die noch brennende Zigarette, den Rest Tabak den ich noch hatte und das Feuerzeug aus dem Fenster geschmissen. Das war am 16.02.2005 an meinem 47 Geburtstag. Seit dem bin ich Nichtraucher.

    Gruß Erich Thönnissen


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